Patentanwaltsfachangestellte/r

Berufe rund um Recht und Verwaltung

Die Tätigkeit im Überblick
Patentanwaltsfachangestellte unterstützen Patentanwälte und -anwältinnen bei rechtlichen Dienstleistungen. Daneben führen sie allgemeine organisatorische und kaufmännische Arbeiten aus.

Die Ausbildung im Überblick
Patentanwaltsfachangestellte/r ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf im Rechtswesen (Ausbildungsbereich freie Berufe).

Typische Branchen
Patentanwaltsfachangestellte finden Beschäftigung bei Patentanwaltskanzleien und in Patentabteilungen von größeren Unternehmen sowie von Verbänden, Ämtern und Gerichten. 

Im Ausbildungsbetrieb lernen die Auszubildenden beispielsweise:

  • wie man Gespräche adressatenorientiert führt und auf Mandanten- oder Beteiligtenverhalten angemessen reagiert
  • welche rechtlichen Voraussetzungen zur Teilnahme am elektronischen Rechtsverkehr zu beachten sind
  • wie man Zahlungsvorgänge abwickelt und überwacht
  • wie die Grundlagen des grenzüberschreitenden Rechtsverkehrs zu unterscheiden und zu berücksichtigen sind
  • wie man Grundbegriffe, insbesondere "Design", "Marke für Waren", "Marke für Dienstleistungen" und "Kollektivmarke", unterscheidet und gesetzliche Vorschriften über nichttechnische Schutzrechte anwendet
  • wie Anmeldungsunterlagen für Patente, Gebrauchsmuster, Marken und Designs, auch in elektronischer Form, eingereicht und Fristen überwacht werden
  • wie man nationale Anmeldungen im Ausland vorbereitet, Anlagen zusammenstellt und die Einreichung veranlasst
  • wie man die Umschreibung gewerblicher Schutzrechte im In- und Ausland vorbereitet, veranlasst und erforderliche Unterlagen beschafft
  • wie Schriftsätze in Nichtigkeits-, Löschungs- und Verletzungsverfahren vorbereitet werden und wie man Unterlagen zusammenstellt
  • wie man Vergütung und Kosten von Patentanwälten, Behörden und Gerichten unterscheidet und berechnet

Darüber hinaus werden während der gesamten Ausbildung Kenntnisse über Themen wie Rechte und Pflichten während der Ausbildung, Organisation des Ausbildungsbetriebs und Umweltschutz vermittelt.

In der Berufsschule erwirbt man weitere Kenntnisse:
In berufsspezifischen Lernfeldern (z.B. Internationale gewerbliche Schutzrechte anmelden und die Verfahren begleiten) und allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch und Wirtschafts- und Sozialkunde. 

Elektronische Gerichtsakten
Im Rahmen eines Pilotprojekts erprobt das Land Baden-Württemberg als erstes Bundesland an einem Land- und einem Arbeitsgericht den Einsatz von vollelektronischen Gerichtsakten. In neuen Streitverfahren werden nun ausschließlich elektronische Akten verwendet. Bis spätestens 2022 soll in ganz Deutschland der gesamte Schriftverkehr mit Gerichten seitens der Rechtsanwälte und Behörden rein elektronisch erfolgen. Lediglich Privatpersonen dürfen dann noch Schreiben per Post oder Fax einreichen.

Quelle Text: Agentur für Arbeit