Erzieher/innen

Die Tätigkeit im Überblick
Erzieher/innen betreuen und fördern Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Sie sind vor allem in der vorschulischen Erziehung, in der Kinder- und Jugendarbeit sowie in der Heimerziehung tätig.

Die Ausbildung im Überblick
Erzieher/in ist eine landesrechtlich geregelte schulische Aus- bzw. Weiterbildung an Fachschulen, Fachakademien, Berufsfachschulen und Berufskollegs. Sie dauert in Vollzeit 2-4 Jahre, in Teilzeit 3-6 Jahre und führt zu einer staatlichen Abschlussprüfung. Andere landesrechtlich geregelte Aus- und Weiterbildungen im Bereich Erziehung dauern in Teilzeit 15 Monate bis 36 Monate und führen zu einer staatlichen Abschlussprüfung bzw. einem Zertifikat.

Typische Branchen
Erzieher/innen finden Beschäftigung in Kindergärten, Kinderkrippen und Horten, in Kinder-, Jugendwohn- und Erziehungsheimen, in Familienberatungs- und Suchtberatungsstellen, in Tagesstätten oder Wohnheimen für Menschen mit Behinderung und in Erholungs- und Ferienheimen.

Während des theoretischen und praktischen Unterrichts lernt man beispielsweise:

In Netzwerken kooperieren und Übergänge gestalten.

  • was man über den Einfluss von sozioökonomischen Bedingungen, kulturell und religiös bedingten, lebensweltlichen, sozialen und institutionellen Normen und Regeln auf das Verhalten und Erleben von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen wissen muss
  • wie man pädagogische Beziehungen zu Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gestaltet
  • wie individuelle Entwicklungs- und Bildungsprozesse angeregt, unterstützt und gefördert werden können
  • was bei Gruppenaktivitäten und Gruppenarbeit zu beachten ist
  • wie man mit Eltern, Bezugspersonen und anderen Institutionen zusammenarbeitet
  • wie Konzepte und Prozesse im Team entwickelt und umgesetzt werden
  • was man über die rechtlichen, finanziellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Institution wissen muss
  • wie man mit anderen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Fachdiensten und Bildungsinstitutionen kooperiert

Während der Aus- bzw. Weiterbildung werden auch allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Englisch, Wirtschafts- und Sozialkunde sowie Religionslehre unterrichtet.

Praktika
Bei Praktika werden die theoretischen Inhalte in sozialpädagogischen Einrichtungen umgesetzt und angewendet. Die Schüler/innen sammeln Erfahrungen in den berufstypischen Arbeitsmethoden und gewinnen einen Überblick über Aufbau und Ablauforganisation der jeweiligen Einrichtung.

Zusatzkenntnisse
Je nach Angebot der einzelnen Schulen werden Zusatzkenntnisse vermittelt, die den Erwerb der Fachhochschulreife bzw. der allgemeinen Hochschulreife ermöglichen.

Sprachförderung und bedarfsorientierte Öffnungszeiten in Kitas
Um Kinder mit besonderem sprachlichem Förderbedarf zu unterstützen, beispielsweise Kinder mit Fluchterfahrung, führt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bis 2018 das Programm "Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist" durch. Die Fördermittel werden u.a. für zusätzliche Stellen für Fachkräfte im Bereich sprachliche Bildung verwendet. Das Programm "KitaPlus: Weil gute Betreuung keine Frage der Uhrzeit ist" stellt Kindertageseinrichtungen Fördermittel zur Verfügung, um verstärkt am Bedarf der Eltern orientierte Öffnungszeiten realisieren zu können.

Modellprogramm "Quereinstieg - Männer und Frauen in Kitas"
Das Bundesmodellprogramm "Quereinstieg - Männer und Frauen in Kitas" will zusätzliche Fachkräfte in der Kinderbetreuung gewinnen. Träger von Kindertageseinrichtungen, Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik sowie die zuständigen Fachverbände können an diesem Programm teilnehmen, das vom Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird. Vom Frühsommer 2015 bis zum Herbst 2020 sollen Modellprojekte gefördert werden, die gezielt für erwerbstätige Berufswechsler/innen und Arbeitslose erwachsenengerechte und die Kitatätigkeit begleitende Ausbildungsformate zum staatlich anerkannten Erzieher beziehungsweise zur Erzieherin schaffen oder weiterentwickeln. Die zukünftigen Fachkräfte bekommen eine monatliche Vergütung in festgesetzter Mindesthöhe.

Neue Aus- und Weiterbildungen im Bereich Erziehung
Um dem Fachkräftebedarf in der Kinderbetreuung entgegenzuwirken und neue Wege in den Erzieherberuf zu öffnen, haben einige Bundesländer neue Aus- und Weiterbildungsformen geschaffen. Neben einer erhöhten Zahl von berufsbegleitenden und praxisintegrierten Ausbildungsformen werden Ausbildungen für spezielle Tätigkeitsbereiche angeboten, z.B. als "Staatlich anerkannte/r Erzieher/in für 0- bis 10-Jährige" (in Mecklenburg-Vorpommern) oder als "Staatlich geprüfte Fachkraft für Kindertageseinrichtungen" (in Sachsen-Anhalt). Daneben wurden Weiterbildungen z.B. für Kinderpfleger/innen zur "Fachkraft in Kindertageseinrichtungen" (in Bayern) oder zur Feststellung gleichwertiger Fähigkeiten im Arbeitsfeld Erziehung (in Brandenburg) eingerichtet.

Quelle Text: Agentur für Arbeit